Energieberater Michael Ploner

Energieeffizient in die Zukunft

Luftdichtheitsmessung "Blower Door Messung"

Was ist das?

Mit dem Differenzdruck-Messverfahren (auch: Blower-Door-Test) wird die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen. Das Verfahren dient dazu, Lecks in der Gebäudehülle aufzuspüren und die tatsächliche Dichtheit einer Gebäudehülle zu ermitteln. "Blower Door" ist ein geschützter Begriff wie zum Beispiel "Tempo" und darf nur verwendet werden, wenn für eine Messung die Geräte der Firma Blower Door GmbH verwendet werden.

Der Messwern n50 spiegelt wieder, wie viel m³ Luft durch Exfiltration verloren geht, wenn zwischen Gebäude-Inneren und Aussenluft ein Druckunterschied von 50Pa herrscht (5kg/m² oder 50Pa=5mm Wassersäule). Dies ist der Fall, wenn zum  Beispiel ein Sturm der Stärke 5 tobt.

 


Wozu benötige ich das?

Die Luftdichtheitsmessung ist heutzutage nahe zu unausweichlich und so gut wie immer durchzuführen. Das Durchführen der Luftdichtheitsmessung wirkt sich positiv auf die Bilanzierung eines Gebäudes aus, wodurch ein KfW-Effizienzhaus leichter erreicht werden kann.

Das Durchströmen von Luft durch Fugen und Ritzen der Gebäudehülle hat viele Nachteile. So entsteht ein hoher Prozentsatz aller Bauschäden durch undichte Gebäudehüllen. Der Schallschutz wird vermindert, Zugluft erzeugt bei den Bewohnern Unbehagen und überflüssig hohe Wärmeverluste entstehen.

Daher wird schon seit vielen Jahren auch im gültigen Normenwerk verlangt, dass Gebäude-Außenhüllen luftdicht sein müssen. Die immer noch verbreitete gegenteilige Position wird durch die fehlgeleitete Vorstellung genährt, dass durch Gebäudefugen eine Be- und Entlüftung von Wohnungen gewährleistet werden könnte. Dabei ist aber eine große Abhängigkeit des Luftaustauschs durch den aktuellen Winddruck und den momentanen Temperaturauftrieb in einem extrem weiten Bereich vorhanden. Sogar sehr undichte Altbauten zeigen, dass es bei mäßigem Wind bereits beträchtlich zieht, bei quasi windstillen, milden Wetterperioden der Luftaustausch aber viel zu gering ist. So ist das Sicherstellen des hygienisch notwenigen Luftwechsels nicht möglich bzw. ein hoher Lüftungswärmeverlust unumgänglich.

Diese Grundlage gilt für Neu- wie für Altbauten. In energieeffizienten Gebäuden ist die erhöhte Luftdichtheit besonders wichtig. Der hygienisch notwendige Luftwechsel wird mit einer Lüftungsanlage sichergestellt. Fugenlüftung stört dann allenfalls und würde die Wärmeverluste beträchtlich erhöhen - denn für die durch Fugen durchtretende Luft ist die Wärmerückgewinnung unwirksam.

Die Vorteile der Luftdichtheit sind insbesondere:

  • Vermeidung von feuchtebedingten Bauschäden
  • Vermeiden von Zugluft und Fußkälte
  • Vermeiden von hohen Infiltrationswärmeverlusten
  • Verbesserung des Schallschutzes
  • Verbesserte Innenraumluftqualität (z.B. Verhinderung der Radonbelastung aus dem Erdreich)

Eine ausreichende Luftdichtheit ist die Grundlage für:

  • den Einsatz einer regelbaren bedarfsorientierten Lüftung (Funktion mit gerichteter Durchströmung) und
  • die Funktion der Wärmedämmung ohne Luftdurchströmung.


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